Alles rund um die Ligue 1

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Montpellier durch Last-Minute-Sieg so gut wie Meister

Mit einem knappen 1:0-Sieg in buchstäblich letzter Sekunde (90.+4 Minuten) gegen den Tabellendritten Lille, hat Montpellier am vorletzten Spieltag der Ligue 1 die Meisterschaft so gut wie in der Tasche. Den Südfranzosen fehlt noch ein einziger Punkt um den Meisterpokal zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte nach Hause zu holen. Paris-Saint-Germain gewann zwar ebenfalls durch einen souveränen 3:0-Heimsieg gegen Rennes, der Abstand von 3 Punkten bleibt jedoch weiterhin bestehen. Der letzte Spieltag bringt nun die Entscheidung, Montpellier fährt zum bereits feststehenden Absteiger aus Auxerre, während die Pariser beim Tabellen-14. Lorient antreten müssen. Beide Spitzenteams haben das gleiche Torverhältnis, es würde aber an ein Wunder grenzen, sollte PSG doch noch den Meistertitel holen.

Montpellier lässt sich nicht lumpen

Paris-Saint-Germain hatte mit einem knappen Auswärtssieg in Valenciennes (3:2) vorgelegt und war bis Sonntagabend neuer Tabellenführer (besseres Torverhältnis), die Überraschungsmannschaft Montpellier stand also unter Zugzwang. Die Mannschaft von Trainer Giraud erwies sich jedoch als nervenstark und holte einen ungefährdeten 2:0 Auswärtssieg in Rennes und das trotz der Sperre von Mittelfeldregisseur Belhanda. Dieser ist nach einer Tätlichkeit im Ligaspiel unter der Woche für mehrere Spiele gesperrt.

Montpellier führt also weiterhin mit 3 Punkten Vorsprung auf Paris, das nun auf eine Niederlage von Montpellier gegen Lille am kommenden Spieltag hoffen muss. Lille ist derzeit in blendender Verfassung und hat mit dem souveränen 3:0 Sieg gegen Caen die CL-Teilnahme gesichert. PSG spielt seinerseits gegen Rennes. Kleine Anekdote: Marseille hat einen Punkt in Saint-Etienne geholt, unglaublich aber wahr!

Ligue 1: wird es nochmal spannend?

So schnell kann es gehen. Während viele Experten Montpellier bereits als sicheren Meister sahen, sieht die Situation nach dem heutigen Heimsieg von Paris-Saint-Germain gegen Saint-Étienne wieder gar nicht mehr so klar aus. 2:0 siegten die Spieler von Carlo Ancelotti, während der südfranzösische Tabellenführer gestern nicht über ein 1:1 gegen Évian hinauskam und das zuhause. Aus 5 mach 3, ein Sieg der Pariser bei gleichzeitiger Niederlage von Montpellier und das Rennen um den Ligue 1-Meistertitel wäre wieder völlig offen. Am Wochenende geht der Ligabetrieb weiter, Montpellier muss zum spielstarken Europa-League-Anwärter Rennes, während die PSG-Stars zum Ausswärtsspiel beim Abstiegskandidaten Valenciennes antreten.  Der Drittplatzierte Lille, der mit einem 1:0 in Nizza bis auf 2 Punkte an PSG heran gekommen ist, macht sich indes immer noch Hoffnungen auf einen direkten Startplatz in der Königsklasse. Die Ligue 1 bleibt spannend!

PSG: Das wars dann wohl

Nach der 1:2-Niederlage in Lille hat Paris-Saint-Germain mit großer Wahrscheinlichkeit die Meisterschaft vergeigt. Denn Montpellier hat mit dem Sieg in Toulouse nun einen Vorsprung von 5 Punkten auf die Star-Spieler aus der Hauptstadt.  Der Titel wird als eine der größten Überraschungen in die Annalen des französischen Ligafußballs eingehen, hatte das Management von PSG vor der Saison doch 80 Millionen in neue Transfers investiert und auch in der Winterpause Stars wie Alex (Chelsea) und Thiado Motta (Inter Mailand) an die Seine geholt. Montpellier mit seinen 33 Millionen Budget hat alle Top-Klubs der Ligue 1 weit hinter sich gelassen und wird als verdienter Meister der Ligue 1, bei noch vier ausstehenden Begegnungen, in die Geschichte eingehen. Zwar kann PSG rein rechnerisch noch Meister werden, aber Montpellier ist so stabil, dass niemand mehr an die Pariser glaubt. Bemerkenswert ist, dass Paris den Trainer Kombouaré wechselte als dieser mit 3 Punkten Vorsprung Tabellenführer war. Unter Ancelotti ist Paris nur Zweiter mit 5 Punkten Rückstand. Ein klassisches Missmanagement? Es sieht ganz danach aus. Die große Lehre aus der Geschichte ist jedoch: Geld schießt keine Tore!

Montpellier eiskalt, Paris unter Druck

Das Spiel vom letzten Wochenende wiederholt sich. Am gestrigen Abend wurde in Frankreich das Finale der Coupe de France ausgespielt, Lyon gewann mit 1:0 gegen Quevilly. Gleichzeitig jedoch fanden Begegnungen der Ligue 1 statt mit zwei bemerkenswerten Spielen. Montpellier holte im Auswärtsspiel weitere wichtige drei Punkt im Kampf um den Titel. Ein knappes 1:0 reichte den Südfranzosen beim Regionalrivalen Toulouse. Wieder hat Montpellier 5Punkte Vorsprung vor PSG, das heute gegen Lille im Top-Spiel der Ligue 1 nachziehen muss. Ich sprach von zwei bemerkenswerten Spiele? Es ist eigentlich schon keine Überraschung, aber Marseille hat erneut verloren, die Negativserie setzt sich fort. Wie kann Deschamps sich in so einer Situation nur halten?

Nun aber zurück zum Verfolger im Titelkampf, Paris-Saint-Germain. Die Pariser treffen heute Abend auf Lille, ein Team das sich in blendender Verfassung befindet. Aber auch PSG ist seit dem Kantersieg im letzten Ligaspiel gegen Sochaux in Top-Form. Lille empfängt die Haupstädter und genießt somit Heimvorteil. Gerade auswärts waren die Pariser bisher nicht so dominant (im Gegensatz zu Montpellier). Für Paris geht es jedenfalls um alles, denn wenn heute kein Sieg raussprint, wars das mit der Meisterschaft, denn 4 Punkte Rückstand bei 3verbleiben Spielen sind eine Menge Holz. Also an alle Ligue-1-Fans, heute Abend 21 Uhr Radio oder Streams checken, die Meisterschaft steht auf dem Spiel!

OM: Tristesse an der Canebière

Während dem Erzrivalen Paris-Saint-Germain, im Titelrennen mit Montpellier, eine glorreiche Zukunft bevor steht, dank der Multi-Millionen aus Katar, dümpelt der einstige Spitzenklub aus Marseille im Mittelfeld der Liga und wird nächste Saison die Champions League nur als Zuschauer verfolgen dürfen. Olympique Marseille, der einzige französische Sieger der Königsklasse, gibt derzeit ein desolates Bild ab. Nach dem Finalsieg in der Coupe de la Ligue gegen Lyon waren zeitweise Hoffnungen aufgekeimt, Marseille könne wieder an die Leistungen der Hinrunde anknüpfen. Mitnichten, denn die Negativserie der Mannschaft von Didier Deschamps setzt sich gnadenlos fort. 2:1 hieß nach 90 Minuten gegen Girondins Bordeaux und wieder gab es keinen Sieg für OM. Marseille hat seit dem 1:0-Sieg gegen Inter Mailand bis auf den Finalsieg gegen Lyon kein einziges Spiel mehr gewonnen! Es hagelt 8 Niederlagen in der Liga, darunter gegen Montpellier und den Erzfeind PSG, lediglich 2 Unentschieden gegen Nice und Caen sprangen heraus. Eigentlich ist eine solche Bilanz für jeden Trainer das Todesurteil, nicht aber für Deschamps, der nach wie vor nicht in Frage gestellt wird. Hätte Marseille die Hinrunde nur annähernd so schlecht gespielt wie die Rückrunde, würde es nun gegen den Abstieg spielen.

Hier das trostlose Bild der Negativserie von OM, nach dem Heimsieg gegen Inter:

 

Paris lässt nicht locker

Nachdem Montpellier am Samstagabend zu einem Zittersieg gegen Valenciennes kam, musste Paris-Saint-Germain gestern im Heimspiel gegen den Abstiegskandidaten Sochaux nachziehen. Die Pariser ließen sich nicht lumpen und schenktem Ihrem Gegner gleich sechs Tore ein. Herausragend war dabei der Brasilianer Nené, der gleich zweimal ins Eckige traf. Die restlichen Treffer besorgten die Neuzugänge Pastore, Menez und Motto, wobei insbesondere dem 42-Millionen-Stürmer aus Argentinien Pastore der Treffer gut getan haben düfte, stand er doch zuletzt massiv in der Kritik. Aber Ancelotti dürfte sich besonders freuen, denn auch er wurde in den letzten Wochen von den nicht gerade zimperlichen Sportmedien, allen voran L’Equipe, für seine defensive Spieltaktik und hin und wieder merkwürdigen Ein-und Auswechslungen kritisiert. Paris rückt nun wieder 2 Punkte an Montpellier heran, die Meisterschaft in der Ligue 1 bleibt also weiterhin spannend!

Montpellier setzt PSG unter Druck

Ein knapper 1:0-Sieg von Ligue-1 Spitzenreiter Montpellier hat den Haupstadtklub Paris-Saint-Germain unter gehörigen Zugzwang gesetzt. Vor dem Spiel gegen Sochaux beträgt der Rückstand auf die Südfranzosen 5 Punkte, ein Sieg gegen den Drittletzten der Tabelle Sochaux ist für die Mannen von Trainer Ancelotti also Pflicht. Während einerseits die Meisterschaft auf dem Spiel steht, fünf Spieltage vor Schluss, müssen sich die Pariser auch mit dem amtierenden Meister Lille auseinander setzen, der nur zwei Punkte hinter der Star-Truppe aus Paris lauert, nach einem souveränen Auswärtssieg in Dijon (2:0).

Lille ist ohnehin die Mannschaft der Stunde, denn während vor ein paar Wochen noch Olympique Lyon mit den Nordfranzosen um den dritten CL-Startplatz konkurrierte, scheinen die Teilnehmer für die nächstjährige Königsklasse bereits festzustehen, denn Lille trennen 8 Punkte von Rennes, das einen Punkt vor Lyon rangiert. Für den LOSC bedeutet die erneute Teilnahme an der Champions League sehr viel, laufen die Dogues doch ab nächster in einer  neuen Arena auf, das der Allianz Arena nachempfunden ist. Die UEFA-Millionen kommen da gerade recht, zumal mit de Abgang von Ausnahmetalent Eden Hazard zu rechnen ist.

Für PSG hingegen ist die Champions League Teilnahme eine Pflichtaufgabe, der Meistertitel im Grunde genommen auch, wären da nicht die Unbesiegbaren (Gallier) aus Montpellier, die mit ihrem Mini-Budget und No-Name-Spielern auf dem besten Weg sind, dem neureichen Scheich-Klub aus der Hauptstadt ein Schnippchen zu schlagen. Ob Montpellier jedoch dauerhaft unter den Top-5 der Ligue 1 anzusiedeln sein wird, bleibt eher fraglich, denn Leistungsträger wie der Goalgetter Giroud oder das Mittelfeld-As Belhanda werden bereits von europäischen Spitzenklubs umworben. Ob das finanzarme Montpellier bei entsprechenden Anfragen, trotz hoher CL-Einnahmen, bei lukrativen Transfers sein Veto einlegen wird ist eher unwahrscheinlich.

In Paris hingegen wird so oder so der Geldregen seine Fortsetzung finden, in der Sommerpause ist mit weiteren Star-Einkäufen zu rechnen, um in der Königsklasse die Gruppen-Phase überstehen zu können und gleichzeitig in der Liga den Meistertitel sichern zu können. Die nächste Hürde heisst aber Sochaux, heute Abend könnte die Meisterschaft bereits vorentschieden sein.

Marseille setzt doch noch Glanzpunkt

In der Liga von der Spitze weit abgeschlagen, in der Champions League chancenlos gegen den FC Bayern München ausgeschieden, zuletzt im Pokal gegen einen Drittligisten kläglich versagt: Olympique Marseille spielt eine Seuchensaison. Bis zum gestrigen Abend, denn im Stade de France hatten die Spieler von Trainer Didier Deschamps die Chance die Saison 2011/2012 doch noch in der Trophäen-Sammlung zu vermerken. Das andere Olympique Frankreichs, nämlich Lyon, war der Gegner von OM, eigentlich eine Nummer zu hoch für Marseille, kämpfen die Lyoner doch noch um den dritten Startplatz in der Champions League (Montpellier und Paris sind die ersten beiden Plätze nicht mehr zu nehmen). Für Lyon war das gestrige Liga-Pokalfinale eine Generalprobe für das Finale der Coupe de France, der Pokalwettbewerb mit weitaus mehr Prestige (gegen Quevilly).

Während der französische Ligaverband, die LFP, die Coupe de la Ligue mit viel Tam-Tam zum absoluten (TV-)Event deklariert hat und dementsprechend vermarktet, blieb das Finale zwischen den vermeintlichen Top-Klubs ein Schauerspiel. Vor den Augen des Nationaltrainers Blanc spielten die beiden Teams auf einem sehr niedrigen Niveau, das Spiel zerfahren, Torchancen absolut Mangelware. So war es nicht weiter verwunderlich, dass es nach 90 Minuten in die Verlängerung ging. Mann des Spiels wurde ausgerechnet der Brasilianer Brandao, eingewechselt für Rémy, der von den Medien oft als “tortue géante” (Riesenschildkröte) vespottet wird. Brandao schoss den Führungstreffer und stellt damit die Weichen auf Sieg für OM. Brandao, der bereits gegen Inter Mailand in der CL das wichtigste Auswärtstor schoss, war gestern einmal mehr entscheidend. Für Marseille nimmt die Saison nun ein versöhnliches Ende, immerhin darf man nun in der Quali zur Europa League ran. Bemerkenswert ist außerdem, dass OM der dritte Sieg in der Coupe de la Ligue in Folge gelang, was bisher keiner Mannschaft gelungen war.

Dennoch: eine Champions League Saison ohne den bisher einzigen französischen Titelträger ist eine große Entscheidung und es bleibt fraglich wie lange Didier Deschamps die Zügel in Marseille noch halten darf, wäre da nicht die eminent hohe Entschädigung, die bei einer Entlassung fällig wären. Vielleicht zieht Deschamps, der sich als Elite-Trainer sieht, aber auch selbst die Konsequenzen und wechselt zu einem anderen Top-Klub. Manche sehen in ihm auch den Nachfolger von Laurent Blanc an der Spitze des Nationalteams, Blanc war zuletzt immer wieder mit Top-Vereinen aus Premier League und Serie A in Verbindung gebracht worden. On verra bien :-)

Der Pokal hat seine eigenen Gesetze

Während in der Meisterschaft das spannende Duell zwischen Branchenkrösus Paris-Saint-Germain und der Überraschungsmannschaft aus Montpellier weitergeht, wurden in Frankreich unter der Woche die Halbfinalbegegnungen in der Coupe de France ausgetragen.  Und wie so oft in K.O.-Spielen des Landespokals kam es auch bei den Franzosen zu Überraschungen. Der Drittligist Quevilly hat nach dem Sensationssieg gegen Marseille eine Runde zuvor gestern Abend mit Rennes einen weiteren Ligue 1-Verein aus dem Pokal geschossen, diesmal in der regulären Spielzeit mit 2:1 Toren.

Der Verein aus Le-Petit-Quevilly, eine Kleinstadt mit 20.000 Einwohnern der Region Haute-Normandie, trifft nun im Stade de France auf einen übermächtigen Gegner, den Serienmeister der Jahrtausendwende, Olympique Lyon. Die Lyonnais schafften einen souveränen 4:0 bei den Amateuren von Gazélec Ajaccio auf Korsika und wollen nun, nach dem Aus im Meisterschaftsrennen und in der Champions League, zumindest den Landespokal holen. Im Ligapokal trifft Lyon bereits auf Marseille, ein zweifacher Pokal-Coup wäre also für die stolzen Lyoner durchaus drin. Am Ende könnte sie aber auch mit leeren Händen dastehen, denn sowohl das gebeutelte Marseille und insbesondere die tapferen Spieler des US Quevilly wollen sich ihren Traum vom Endspielsieg nicht nehmen lassen.

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